Bei dem Troll, den man im Internet antrifft, handelt es sich nicht um eine Sagengestalt – auch wenn sein Namensvetter aus der nordischen Mythologie recht passend als ein in abgelegenen Höhlen hausendes und für die Menschen selten nützliches Wesen beschrieben wird.
Monat: April 2015
Tumblr
Bilder sagen vielleicht nicht unbedingt mehr als tausend Worte, aber immerhin mehr als 140 Zeichen. So könnte man grob den Unterschied zwischen Tumblr und Twitter umschreiben. Tumblr ist ein Mikrobloggingdienst, im Grunde ähnlich wie das bekanntere Pendant mit dem zwitschernden Vogel, doch mit stärkerem Fokus auf Visuelles und Ästhetik.
Gott sei Dank braucht man im Internet keine Müllabfuhr. Das Entsorgungsproblem erledigt sich sozusagen von selbst, denn von all dem Datenschmutz, den die Leute tagtäglich so aussondern, bekommt man als unbescholtener Nutzer glücklicherweise kaum etwas zu Gesicht. Falls man doch mal in die Materie eintauchen will: Die größte digitale Müllhalde für Meinungen heißt Twitter.
Viral
Wollen Sie auch, dass Prominente sich für Sie mit Eiswasser überschütten? Wollen Sie 50.000 Dollar gespendet bekommen, wenn Sie einen Kartoffelsalat machen? Wollen Sie, dass Millionen Menschen auf der ganzen Welt Ihren blöden Tanz nachmachen? Dann werden Sie viral!
Yo
Kommunikation hat durchaus so ihre Tücken. Zum Beispiel muss man sich, bevor man etwas sagt oder schreibt, überlegen, was man sagt oder schreibt! Menschen, die sich davon überfordert fühlen, können nun aufatmen. Und zwar dank der Smartphone-App Yo. Diese hat nur eine einzige Funktion: Man kann Leuten die Nachricht „Yo“ schicken.
Youtuber
Wer über Zwanzig ist, für den klingen Namen wie Gronkh, LeFloid, Y-Titty, Dner oder Dagi Bee wie sinnlose Buchstabenfolgen. Doch dahinter verbergen sich tatsächlich sowas wie die neuen Teeniestars im Internet. Es sind die Namen von einigen der bekanntesten deutschen Youtuber, deren Videos millionenfach angeschaut und tausende Male kommentiert werden.
Zeitverschwendung
Wahrscheinlich wird man in ein paar Jahrzehnten über kulturpessimistische Überschriften wie „Macht das Internet uns dumm?“ nur lachen können und sie in eine Reihe stellen mit Platons Vorbehalten gegenüber Büchern (Was soll denn aus dem gesprochenen Wort werden?). Der amerikanische Künstler und Literaturprofessor Kenneth Goldsmith glaubt jedenfalls schon heute, dass das Internet uns nicht nur schlauer machen kann, sondern auch kreativer. Deshalb bietet er im Fachbereich für kreatives Schreiben an der Universität von Pennsylvania ab kommendem Semester ein Seminar mit dem Titel „Zeitverschwenden im Internet“ an.
Jonas
… hat im Januar 2012 damit angefangen, das Internet zu erklären. Zunächst auf Papier, in einer monatlichen Kolumne für das Mainzer Stadtmagazin STUZ, und weil er damit nach drei Jahren immer noch nicht fertig geworden ist, nun auch im Internet.
Wenn ihr Fragen, Wünsche, Lob oder Kritik habt, dann schreibt ihm unter jonas.trautner (at) gmail.com.
