Tumblr

Bilder sagen vielleicht nicht unbedingt mehr als tausend Worte, aber immerhin mehr als 140 Zeichen. So könnte man grob den Unterschied zwischen Tumblr und Twitter umschreiben. Tumblr ist ein Mikrobloggingdienst, im Grunde ähnlich wie das bekanntere Pendant mit dem zwitschernden Vogel, doch mit stärkerem Fokus auf Visuelles und Ästhetik.

Mit minimalistischem Design kann man dort schnell und einfach Bilder, GIFs, Links, Texte oder andere Inhalte teilen, die man selbst erstellt oder irgendwo im Internet gefunden hat. Inzwischen gibt es über 200 Millionen Tumblr-Blogs mit über 100 Milliarden Einträgen. Bunt und wuselig geht es dort zu, und zu jedem noch so abseitigen Thema findet sich meist etwas.

Auf den ersten Blick hat man oft keinen Anhaltspunkt, wer hinter einem bestimmten Tumblr-Blog steckt, deshalb ist Tumblr kein soziales Netzwerk im eigentlichen Sinne. Allerdings hört man schon Geschichten von Jugendlichen, die keine Lust mehr auf Facebook haben, weil dort auch ihre uncoolen Eltern anzutreffen sind, und die stattdessen lieber bei Tumblr rumhängen. Denn in diesem Teil der Onlinewelt sind sie momentan noch weitgehend unter sich.

Wenn man auf bei Tumblr etwas sieht, das einem gefällt, kann man es mit einem Klick auf dem eigenen Blog holen. Kulturpessimisten befürchten deshalb schon, dass die jugendliche Identität zu einem Patchwork fremder Ideen verkommen könne – als wäre es jemals so gewesen, dass Teenager ihre Persönlichkeit nicht vor allem über Dinge definieren, die sie mögen.

Doch das wirklich Schöne an Tumblr-Blogs ist, dass sie mit Namen wie „Kim Jong-Il looking at things“, „Lesbians who look like Justin Bieber“ oder „Hipstermerkel“ oft ziemlich selbsterklärend und für einen schnellen Lacher gut sind. Man findet dort alles, was im Internet kurzzeitig Spaß macht (dazu zählen zu einem gehörigen Anteil natürlich auch Urheberrechtsverstöße und Pornographie), und aus beliebten Tumblrs sind sogar schon Bücher hervorgegangen – damit ihre Schöpfer mit altmodischen Papier ein bisschen Geld verdienen können.

Apropos Geld: Im Juni 2013 hat Yahoo Tumblr für etwa eine Milliarde Dollar gekauft, weil das Unternehmen anscheinend immer noch jede Menge Zaster hat, auch wenn niemand mehr die Yahoo-Suchmaschine benutzt.

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