Buzzfeed

Schon der liebe Gott wusste: Wenn man den Menschen etwas verklickern will, dann macht man das am besten in Form einer Liste. Kein Wunder also, dass die „Zehn Gebote“ eines der erfolgreichsten Meme der Web-0.0-Zeit wurden. Heutzutage lauscht man allerdings keinen Propheten mehr, sondern lieber dem steten Summen der sozialen Netzwerke.

Dies macht sich seit ein paar Jahren die Webseite Buzzfeed zunutze, die den Leuten das gibt, was sie anscheinend wollen: pseudo-originelle Listen mit aus dem Internet zusammengeklauten Bildern und GIFs. Dekoriert werden diese mit reißerischen Überschriften („64 beeindruckende Fakten, die dich unfassbar glücklich machen werden“), denen man nur schwer widerstehen kann, wenn man gerade gelangweilt im Büro oder sonstwo herumsitzt.

Buzzfeed soll so eine Art Nachrichtenseite für die Facebook-Generation sein, die Inhalte werden in erster Linie danach ausgewählt, dass möglichst viele Leute darauf anspringen und sie weiterverbreiten. Schließlich giert doch jeder danach, seinen trüben Alltag durch ein sinnloses Quiz à la „Welches chemische Element bist du?“ für ein paar Minuten aufzuhellen.

Allein aufgrund der schieren Menge an Buzzfeed-Artikeln kommt man kaum an der Seite vorbei, pro Tag werden knapp 400 neue Einträge veröffentlicht. Geld verdient die Plattform mit als Artikel getarnten Anzeigen. Dabei hat das, was Buzzfeed anbietet, viel mit Fastfood gemeinsam: Auf den Bildern sehen die Häppchen glänzend und appetitlich aus, aber nach dem Konsum fühlt man sich nicht so richtig satt und irgendwann wird einem schlecht davon.

Weil sich die aus den USA stammende Seite auch in Deutschland großer Beliebtheit erfreut, ist mittlerweile eine deutsche Version an den Start gegangen. Auf Artikel wie „Diese spektakulären Fotos der neuen Frisur von Angela Merkel sind das Beste, was du in dieser Woche sehen wirst“ oder „21 Gründe, warum das Betreten der Grünanlagen strengstens verboten ist“ wartet man allerdings bisher vergeblich.

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