Sockenpuppe

Wem das Internet beizeiten vorkommt wie ein einziges riesengroßes Kasperletheater, der liegt damit gar nicht so falsch. Schließlich treiben in den Weiten des Netzes haufenweise Sockenpuppen ihr Unwesen – und das auch noch gut getarnt. Denn während jedes Kind erkennen kann, dass eine in einen Socken gesteckte Hand zwar ganz lustig aussieht mit dem weit aufgerissenen Maul, aber ganz bestimmt keine eigene Person ist, so fällt diese Unterscheidung im Internet deutlich schwerer.

Als Sockenpuppe bezeichnet man dort nämlich ein zusätzliches Benutzerkonto eines bereits angemeldeten Nutzers, zum Beispiel in Foren, sozialen Netzwerken oder bei Wikipedia. Was sich zunächst nach multipler Persönlichkeitsstörung anhört, kann dabei strategisch genutzt werden. Denn dass hinter zwei unterschiedlichen Pseudonymen dieselbe Person steckt, ist für andere Nutzer auf Anhieb nicht zu erkennen.

Deshalb kann man mithilfe dieser Fake-Identitäten auch allerhand Schabernack treiben und Leute hinters Licht führen: So kann beispielsweise ein Troll, der nicht gefüttert wird, einfach unter verschiedenen Namen mit sich selbst diskutieren und damit einen Streit anheizen. Auch zum Astroturfing eignen sich Sockenpuppen wunderbar. Hinter der harmlosen Bezeichnung verbergen sich also zuweilen unheilvolle Biester.

Aber das ist ja sowieso die Crux des Internet: Der Identität seines Gegenübers kann mich sich nie so ganz sicher sein. Auch die „Süße_Biene89“ kann sich jederzeit als fettiger Ekeltyp entpuppen, der im Unterhemd und aus allen Poren triefend vorm Computer sitzt.

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